Vom 24. Juli bis 2. August stand ein Solarcontainer mit 100 kWp auf dem Festivalgelände und erzeugte 1,61 Megawattstunden Strom. Aufgebaut war er an einem einzigen Tag. Möglich gewesen wäre in derselben Zeit mehr als das Doppelte, wenn genug Verbraucher angeschlossen gewesen wären.
Beim Wacken Open Air gibt es einen einzigen Netzanschluss auf dem gesamten Gelände. Nicht einmal die Hauptbühne hat einen eigenen. Alles andere läuft über Generatoren, und genau dafür sucht das Festival seit längerem nach Alternativen. Wir haben im Juli einen Solarcontainer mit 100 kWp und 400 kWh Speicher aufgestellt und an einen Teil der Infrastruktur angeschlossen, unter anderem an eine Cateringstelle. Der erste Versuch war bewusst klein gehalten.
Der Container kam direkt vom Schiff. Geöffnet oder geprüft worden war er vorher nie, die Paneele steckten noch in Transportfolie. Trotzdem musste am Standort nichts umgebaut und nichts nachgekauft werden, gebraucht wurde übliches Werkzeug. Um die Rahmen auf den Schienen auszufahren, reichte ein normaler Pickup.
| Gemessen | Volltagspotenzial | |
|---|---|---|
| Solarstrom | 1,61 MWh | 4,02 MWh |
| Dieseläquivalent | 483 l | 1.206 l |
| CO₂-Äquivalent | 1,28 t | 3,20 t |
Genutzt wurden 40,1 Prozent des modellierten Potenzials. An Sonne fehlte es dabei nicht, an dem Wochenende lagen die Temperaturen um 40 Grad. Ab Mittag war der 400-Kilowattstunden-Speicher jedoch regelmäßig voll und die angeschlossenen Verbraucher hatten keinen Bedarf mehr. Eine Photovoltaikanlage produziert dann keinen Strom, weil er niemandem nützt.
Was fehlte, waren 2,41 Megawattstunden Abnahme. Mit mehr angeschlossener Last, einem größeren Speicher oder mehreren Containern wäre ein Vielfaches möglich gewesen. Für uns ist das das eigentliche Ergebnis dieses Tests.
Hinter der ersten Zeltreihe endet die Infrastruktur, danach versorgt sich jeder mit eigenem Aggregat. Ein Container schafft zentrale Abnahmepunkte und macht ein Generatorverbot realistisch. Ausschlaggebend ist dabei meist der Lärm: zwanzig Aggregate, die sich addieren, sind nachts kaum auszuhalten.
Fester Termin, Fläche auf Zeit, kein belastbarer Netzanschluss. Die Ausgangslage ist dieselbe wie in Wacken, nur ohne Bühne. Wo 6 × 110 m frei sind, lässt sich versorgen.
Ein Container war der Test. Mehrere Container nebeneinander gehören zum Normalbetrieb, die Leistung wächst mit der Anzahl.